Intel Rapid Storage Technologies (RST)

Auch 2015 nur halbe Sachen...

Also, wir haben jetzt seit vielen Jahren Laptops auf dem Markt, die Platz für zwei SATA-Laufwerke bieten. Die sogenannte Desktop Replacement Klasse ist allerdings nicht sehr handlich und daher möchte ich nicht unbedingt ein zweites Laptop mitschleppen, wenn ich in der Weltgeschichte herumturne und dann und wann auf manch zweifelhafter Bühne lande.

Zumindest für den vorhersehbaren Todesfall einer Festplatte hat man seit vielen Jahren bewährte Techniken der Redundanz entwickelt, genannt RAID.

Ich richte also für das sehr Wichtige ein sogenanntes RAID1 ein, eine Spiegelung meiner Betriebssysteme. Falls dann mitten im Gefecht eine Platte abraucht, wird das laufende System mit der anderen Festplatte lustig weiter performen und ich kann mich entspannt an den Austausch machen, wenn ich wieder zuhause bin.

Soweit die Theorie. Und was erlaube Strunz? Die Industrie gibt wiedermal alles, um uns zu frustrieren. Da muss man mehrere Semester RAID studieren, um zwischen Hard- und Software-RAID noch "FakeRAID" zu erkennen, um die Linux-Tools dmraid und mdadm anhand ihres Kotes in der grub shell auseinanderhalten zu können und um zu wissen, welcher Installer ab welcher Version welche Treiber mitbringt und welche RAIDs dann vom BOIS/EFI auch erkannt werden.

Mein altes Clevo hatte schon seltsame Beschränkungen. Es war zwar möglich, im BIOS ein RAID einzurichten, aber eben nur eines. Ich konnte dem Gerät damals zur mittleren RAID-Reife bringen, indem ich mit einem Live-Linux meine Konfiguration vornahm. Nach dreihundert Neustarts hatte ich nebenstehenden Moment der Befriedigung.

Mein neues Moped von Asus hat ebenfalls Intel RST, bietet mir im EFI Menü aber lediglich an, beide Platten VOLLSTÄNDIG in ein RAID0 zu vereinen. Der Versuch, das altbewährte Mittel anzuwenden, schlägt fehl. Die Platten werden zwar wie gewünscht partitioniert, danach die RAIDs aber nicht vom EFI erkannt. Also scheinbar ein downgrade der Intel Firmware?

Ja! Ich fand heraus, wie man mit

mdadm -C /dev/md/imsm /dev/sd[a-b] -n 2 -e imsm

einen Intel-spezifischen container erstellt (dafür allein schonmal einmal lebenslänglich, Intel!!) und wurde mit dem sorgfältig ausgeklügelten

mdadm -C /dev/md/mirror /dev/md/imsm -n 2 -c 16 -l 1 -z $((250*1024*1024))

endgültig belehrt:

mdadm: platform does not support raid1 with 2 disks

Vielen lieben Dank, ihr Arschlöcher. Das war ein Wochenende meines Lebens. Und ich habe wahrlich einiges Vorwissen mitgebracht. Sowas sagt man einfach vorher. VORHER. Und lobt nicht seinen Scheiß Intel RST in einem ellenlangen pdf über den Klee! Penner, echt. Was mach ich denn jetzt? Ohne mirror geh ich nicht aus dem Haus!! Und ohne dual boot auch nicht.

Melchior blausand Samstag 18 April 2015 at 3:55 pm | | nicht mein code
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drei Kommentare

KotPhilimon
KotPhilimon, (E-Mail ) - 25-03-’16 23:03
blausand
blausand, (E-Mail ) - 25-03-’16 23:13
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KotPhilimon, (E-Mail ) - 27-04-’16 18:31
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